Kategorie(n) Arbeitswelt / -schutz / -bedingungen
Weiter- / Fortbildung
Multimedia / Informationstechnologien / Internet
Identnummer 01.018
Titel Telearbeit im Bauwesen - Veränderung der Beschaffungsprozesse
- Unterlagen zur Fachtagung vom 30. November 2000 -
Herausgeber Kooperationsstelle Wissenschaft / Arbeitswelt TU Berlin
Kooperationsstelle Kooperationsstelle Wissenschaft / Arbeitswelt TU Berlin
Medienart(en) Internetveröffentlichung, CD-Rom, Flyer / Faltblatt
Internetadresse(n) Download als pdf-Datei
Veröffentlichungsjahr 2001
Verkaufspreis (Euro) kostenlos
Kurzbeschreibung Die Berliner Bauwirtschaft braucht dringend einen Innovationsschub. Berlin gilt immer noch als wichtigster Baumarkt in Europa. Umso erstaunlicher ist es, dass die heimische Bauindustrie nicht von der nach dem Bauboom zu Beginn der 90er Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrenden Bautätigkeit in Berlin profitieren. Auch in absehbarer Zeit bleibt der Baumarkt ein wesentlicher Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung in Berlin.
Die Situation auf dem Bauarbeitsmarkt sieht aber völlig anders aus. In den letzten sieben Jahren sank die Zahl der bei einheimischen Betrieben beschäftigten um nahezu 50 Prozent. Diese Entwicklung einseitig mit der Zuwanderung von billigen Arbeitskräften aus Niedriglohnländern zu erklären, ist nicht ausreichend. Wir erleben heute das Ergebnis einer jahrelangen Innovationsschwäche des in Berlins überwiegend mittelständischen geprägten Baugewerbes. Das Berliner Baugewerbe konnte die technologischen und arbeitsorganisatorische Entwicklungen des letzten Jahrzehnts nur unzureichend nachvollziehen. Das Ergebnis ist ein enormer Bedeutungsverlust, der in einem rückläufigen Anteil am heimischen Markt und einer relativ geringen Präsenz auf auswärtigen Märkten zum Ausdruck kommt.
Die Strategie des Berliner Mittelstandes, in einer Abwärtsspirale des Lohndumpings einzutreten, hat sich als fatal erwiesen. Berliner Firmen verloren wichtiges Know-how und damit das Potenzial, um am Markt bestehen zu können. Viele fanden sich am Ende als Subunternehmer wieder, unfähig größere Bauvorhaben organisatorisch bewältigen zu können, oder verschwanden gänzlich.
Die Veranstaltungsreihe "Telearbeit im Bauwesen" will einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Veränderungen in technischer und arbeitsorganisatorischer Hinsicht wieder in das Zentrum der strategischen Überlegungen zu stellen. Es ist deutlich geworden: auch mittelständische Unternehmen können von den technischen und arbeitsorganisatorischen Innovationen profitieren, wenn es gelingt,
- unternehmensspezifische Profile auszubauen,
- Netzwerke von Unternehmenskooperationen für sich zu nutzen,
- für einen gleichberechtigten Zugang zu den Beschaffungsmärkten zu sorgen sowie
- die vorhandenen Qualifikationen auszubauen und zu mobilisieren.
Diese moderne Innovationsstrategie setzt aber auch eine kooperative Unternehmenskultur voraus. Eine qualifizierte und hoch motivierte Belegschaft ist heute so wichtig wie nie. Dies verändert aber auch die Rolle von Betriebsräten und Gewerkschaften. Sind die Probleme der Berliner Bauwirtschaft nur durch eine Innovationsoffensive anzugehen, so sind die Vertreter der Interessen von Arbeitnehmern künftig auch als Co-Manager dort gefragt, wo Flexibilität und schlichten Know-how bei den Unternehmensspitzen fehlen. Der Aufbau von Kompetenzen erfordert permanente Weiterbildung im Umgang mit neuen Technologien und deren Anwendung. Eine Zusammenarbeit der Wissenschaft und der Praxis könnte diesen Prozess hilfreich unterstützen.
Schlagwort(e) Bauwesen, Baulogistik
Zielgruppe(n) Gewerkschafter/Gewerkschafterinnen, Betriebsräte / Personalräte, Betriebspraktiker/-innen in der Baubranche, Wissenschaftler/Wissenschaftlerinnen